Handwerk gegen Ingenieurwesen?

     
 

Wir stellen uns manchmal die Frage, ob das Kunsthandwerk Orgelbau die Ingenieurswissenschaft wirklich benötigt!? Unsere Antwort ist ja, denn die Kombination aus beidem bringt die dickeren und süßeren Früchte hervor. Denn nicht das Besserwissen des einen oder anderen ist das Ziel, sondern die Symbiose des Richtigen aus dem Beweisbaren "wissenschaftlich Erklärbaren" und dem Gefühlten "aus dem Bauch heraus Unerklärbarem"

Bei uns werden deshalb gängige Ingenieursbegriffe mit in den Alltag und in den Sprachgebrauch eingebracht - daraus entstehen Ideen und Lösungen und gute Konstruktionen:

Die "Eulersche Knickung" zum Beispiel kennt wohl jeder, nur nicht unter diesem Begriff: Ein Stab muss eine gewisse Dicke haben, damit er bei Belastung von oben nicht mittig wegknickt und durchbricht! (Zum Beispiel ein Besenstil) Wir aber nennen sie die "Eulersche Knickung" und diese kann berechnet und durch Einbringen von Leimfugen reduziert werden. Dies führt zu höheren Festigkeiten, Reduzierung vom Arbeiten des Holzes und zu kleineren Querschnitten. 

Das "Pneumatische Paradoxon" kennt jeder aus einem Parfüm-Zerstäuber oder aus einer Air-Brush-Pistole! Aber wie es funktioniert und dass dieses Phänomen auch (mit negativen Auswirkungen) in einer Tonkanzelle auftreten kann, ist vielen nicht bekannt. Wir wissen um diese negative Folge in der Tonkanzelle und lassen diese Erkenntnis in die Konstruktion einfließen.

Das Wissen um "Flächenträgheitsmomente" I und "Elastizitätsmodulen" E vereinfacht die Konstruktion und die Planung um ein vielfaches. Jeder Mitarbeiter hat unsere Haustabellen zur Hand und kann schnell abschätzen, welche Materialien und Größen er benötigt.

Sie sehen, Handwerkskunst und Ingenieurwesen reichen sich bei uns im Orgelbau die Hand und arbeiten freundschaftlich zusammen.